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18.12.2011

 

Relativ flott geht die Sonne unter, der Himmel ist noch blau, doch der Blick nach unten ängstigt mich etwas.
Rabenschwarz, unter mir liegt Schwarzafrika, genauer gesagt fliege ich gerade über dem Sudan. Gelegentlich sieht man mal ein paar kleine Lichter, hmm Häuser? Oder brennt da was?
Ich frage mich immer wieder warum tu ich mir so etwas an?
Bald lande ich in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, und dann muß ich noch mit dem Rad zu meiner Herberge.

... Gestern Abend auf dem Weg zum Münchner Flughafen, es war schon dunkel und es herrschte leichtes Schneetreiben, mein Fahrradlicht habe ich zu Gunsten eines Nabendynamoladegerätes umgebaut, ich fuhr also ohne Licht, da rief mir eine Frau zu "Das ist aber gefärhlich, so ganz im Dunkeln". Hmm was sollte ich ihr antworten? In Afrika braucht man kein Licht? Das hätte niemand verstanden. So sagte ich nur, was ist schon gefährlich?
Ich will mit dem Rad auf kleinsten Nebenstraßen gute 1500km durch Ruanda und Uganda fahren, aber so ganz kann ich mein Vorhaben noch nicht einschätzen, obwohl ich mich sehr gut darauf vorbereitet habe.

Landeanflug, ein erster Stein fällt mir vom Herzen, zwar flackert in manchen Ortsteilen das Licht, doch die meisten Straßen sind beleuchtet.
Der Zoll ist völlig easy, und als mir mein Fahrrad unversehrt von einem netten Menschen überreicht wird, erinnere ich mich an den ungehobelten Typ vom Münchner Sicherheitspersonal: "Wenn des Radl in den Scanner nicht reingeht bleibts halt da."
10 km zum Hotel in der Nacht, etwas bergauf und bergab - die Route habe ich im Navi drin.
Etwas mulmig ist mir aber dennoch, Leute rufen mir immerwieder was zu....

"Ja, Hallo" antworte ich zögerlich, doch die schwarzen Gestalten sind im Dunklen fast nicht zu erkennen.
Am großen Kreisel in Kigali, der oben am Berg so schräg drinhängt, muß ich dann rechts weg, für die genaue Adresse frage ich mich durch.
Das Zimmer das man mir gibt riecht nach Moder und sieht auch so aus. Überall bröckelt der Putz von der Wand, die Matratze besteht nur noch aus Brösel und schon ist wieder der Strom weg. Jemand stolpert vor meinem Zimmer rum, Bilder aus dem Film "Hotel Ruanda" flackern in mir auf, doch es ist nur der Besitzer, der den Sicherungskasten sucht.

 


 

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